Pressemitteilung
Chance verspielt - Vertrauen verloren! Einsatzkräfte bleiben anonym
Am Mittwoch dem 2.12.2009 hat der Bayerische Landtag einen Antrag der
Grünen Fraktion zur Identifizierung von Polizeieinsatzkräften
abgelehnt. Die Grüne Jugend Bayern kann diese Entscheidung nicht
nachvollziehen. Seit Jahren beteiligen sich Mitglieder der Grünen
Jugend Bayern an friedlichen Demonstrationen und haben trotzdem häufig
unter polizeilicher Repression zu leiden. Gerade für junge, politisch
interessierte Bürgerinnen und Bürger ist die Kennzeichnung der
Polizeieinsatzkräfte ein wichtiger Schritt für Vertrauen in den Staat.
"Aus vielen Situationen kenne ich das unangenehme Gefühl von anonymen
Einsatzkräften in voller Montur umringt zu werden und das, obwohl ich
immer friedlich demonstriere", meint Florian Sperk (Sprecher der Grünen
Jugend Bayern) und erläutert: "Dass der Freistaat die gestrige Chance
gegenüber seinen Bürgern für mehr Transparenz und damit für mehr
Vertrauen zu sorgen, verspielt hat, ist bedauerlich. Gerade Jugendliche
haben es oft nicht leicht ihre Rechte einzufordern. Bei uns trauen sich
Einsatzkräfte manchmal mehr als bei gestandenen Bürgern."
Es verwundert daher kaum, dass dieses Thema für die Grüne Jugend Bayern
eine zentrale Frage ist. Auch auf der letzten
Landesmitgliederversammlung in Regensburg wurde die Problematik
thematisiert. Im internationalen Vergleich gibt es zahlreiche
erfolgreiche Beispiele für eine Kennzeichnungspflicht von
Polizeieinsatzkräften. So hat die Polizei in New York bereits seit 1975
die Pflicht zur Kennzeichnung mit Namensschildern eingeführt. Bei der
Metropolitan Police in England ist das Tragen von
Identifizierungsnummern seit 2004 Pflicht. In Deutschland regelt
beispielsweise die Freie und Hansestadt Hamburg seit 1995 das Tragen
von Namensschildern in einer Dienstverordnung. Dies erfolgt mit dem
Ziel die Ansprechbarkeit der Polizeieinsatzkräfte zu erhöhen, den
Dialog zu fördern und dadurch das Vertrauensverhältnis Bürger - Polizei
zu verstärken.
"Leider konnte sich die FDP nicht zu ihren Grundsätzen und zu
bürgernahen Einsatzkräften durchringen. Die werden schon wissen, was
ein Vertrauensverlust in der Politik bedeutet", erklärt Eva Pumpurs
(Sprecherin der Grünen Jugend Bayern) und erläutert: "Der Antrag der
Grünen war eine echte Chance gerade bei jüngeren und politisch
interessierten Bürgerinnen und Bürgern etwas gut zu machen. Ich hoffe
nur, dass der Verdruss über die weiterhin anonymen Einsatzkräfte
niemanden vom politischen Engagement abhält, oder gar in die
Politikverdrossenheit führt."
